Inklusive Sprache

Leitfaden für inklusive Sprache

Seit seiner Gründung 2002 ist der A*dS der Verband der Autorinnen und Autoren der Schweiz. Gendergerechte Sprache wird schon seit mehr als zwanzig Jahren diskutiert, sorgt aber auch heute noch regelmässig für Kontroversen. In diesem Beitrag möchte der A*dS das Thema nicht als Streitfrage angehen, sondern als freie Auseinandersetzung mit einem respektvollen Sprachgebrauch, der alle mit meint. Dieser Leitfaden hat also weder einen vorschreibenden Charakter, noch ist er dazu bestimmt, zu einem Referenztext zu werden. Vielmehr will er Hilfsmittel zusammentragen, um sie Interessierten zur Verfügung zu stellen. Personen oder literarischen Institutionen, die einen inklusiven Ansatz verfolgen wollen, sollen mögliche Wege aufgezeigt werden,.

Als Autor*innen sind wir uns der Last und der Macht der Worte bewusst. Wir wissen, wie sehr Sprache Wirklichkeit und Wahrnehmungen formt, wir sind uns ihrer politischen Dimension folglich bewusst. Machtverhältnisse äussern sich auch über Sprache. Indem sich der A*dS mit inklusiver Sprache und ganz allgemein mit Inklusivität auseinandersetzt, folgt der Verband seinen Statuten:

Der A*dS setzt sich ein für die kulturelle Verschiedenartigkeit und gegen die Instrumentalisierung der Kultur und fördert das literarische Schaffen. Er verteidigt die Freiheit der Meinungsäusserung und die Einhaltung der Menschenrechte auf internationaler Ebene. Er unterstützt Bestrebungen zur Erweiterung der kulturellen, politischen und rechtlichen Freiheiten der Bewohner*innen unseres Landes. Er verpflichtet sich, einen Beitrag zu einer solidarischen Gesellschaft zu leisten.

Inklusive Sprache trägt zur Einhaltung der Menschenrechte bei, indem sie Selbstbestimmung erlaubt (sich so nennen, wie es für richtig gehalten wird), eine Kommunikation ermöglicht, die so viele wie möglich anspricht und (in Sprache und Praxis) nicht diskriminiert. Schliesslich ist sie eine Frage von redaktionellen Entscheidungen bzw. Autor*innenschaft (ein Text repräsentiert die Person, die ihn geschrieben hat, umso mehr, wenn es sich um ihre Bio-Bibliografie handelt).

Mit diesem Leitfaden möchten wir in erster Linie die Formbarkeit, die Veränderbarkeit und die Erfindungskraft von Sprache hervorheben. Inklusives Schreiben lädt dazu ein, Neues auszuprobieren und spielerisch mit Sprache umzugehen. Wer, wenn nicht der Verband der Autor*innen, sollte aufzeigen, wie kreativ und vergnüglich das sein kann?

Das folgende Dokument besteht aus drei Teilen: Ein erster Teil über die Sprache selbst (die Morphologie und ihre Anwendung), ein zweiter über Inklusion an literarischen Kulturanlässen und ein dritter aus kreativen, von dieser Arbeitsgruppe verfassten Texten. Diese entspringen unserem Wunsch, das Feld des Möglichen mit künstlerischen und, wie wir hoffen, inspirierenden Ansätzen zu erweitern. Viel Spass bei der Lektüre!

Dieses Dokument wurde von einer freiwilligen Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern des A*dS erarbeitet: Alice Bottarelli, Lovis Noah Cassaris, Giuanna Caviezel, Demian Cornu, Nicolas Couchepin, Begoña Feijoo Fariña, Micha Friemel, Lou Lepori, Camille Logoz, Catherine Lovey, Walter Rosselli.

Detaillierte Informationen (pdf)